Brot selber backen – bringt Spaß und kostet nicht viel

Hi, mein Name Tim und ich bin hauptberuflich Web-Entwickler. Das Brotbacken habe ich 2017 für mich entdeckt, seitdem backe ich für meine vierköpfige Familie 3-4 Brote pro Woche mit einem handelsüblichen Elektrobackofen. Wir kaufen seitdem weder Aufbackbrötchen noch abgepacktes Brot aus dem Supermarkt.

In meinem Blog bakeabread.com zeige ich euch, wie ich zuhause mein eigenes Brot backe.

Darum backe ich mein Brot selbst

Ich hatte einfach keine Lust mehr die industriell hergestellten und begasten Supermarkt-Backwaren mit fragwürdigen Zutaten zu kaufen. Rückblickend haben sie mir weder richtig gut geschmeckt, noch haben wir sie in der Familie gut vertragen. Zudem war es schwer in der Nähe einen Bäcker zu finden, der sein Handwerk wirklicht „lebt“. Stattdessen scheinen immer mehr Bäckereien zu schließen. Dafür gibt es immer mehr Backshops, die industriell fertiggestellte Teigrohlinge aufbacken. Zumindest beobachte ich diese Entwicklung in meiner Heimatregion und das finde ich besorgniserregend.

Niemand muss industriell hergestelle Fertigbackwaren mit fragwürdigen Zusatzstoffen kaufen. Davon bin ich überzeugt.

Tim Abing

Beim Brotbacken genieße ich die Vorfreude, die ich beim Blick in den Ofen verspüre und dabei ein Gefühl für das spätere Backergebnis bekomme. Für die wenigsten mag das nachvollziehbar sein, für mich ist das Brotbacken und der bewusste Umgang mit den Zutaten pure Lebensfreude und Lebensqualität. Und es gibt soviel zu entdecken und auszuprobieren! Von den Brotrezepten, über die Teigführung bis hin zu den verschiedensten Backtechniken. Instagram ist zu meinem Fenster in die Welt des Backens geworden.

Seit Ende August 2018 dokumentiere ich all meine Backergebnisse in einer Art Brottagebuch auf Instagram und halte damit eine rückblickende Dokumentation lebendig, die ich mit Brotback-Fans aus der ganzen Welt teilen kann.

Noch ein Foodblog?

Instagram empfinde ich als extrem schnelllebig und kurzweilig. Wieso? Jeden Tag werden mir dort viele tolle Beiträge anderer Brotbäcker gezeigt. Die Fotos zeigen wunderschöne Brotlaibe, Sauerteigfütterungen oder lachenden Bäckerinnen und Bäckern. Die Beiträge kommen aus der ganzen Welt, rund um die Uhr. Aus Neuseeland, den USA, Japan, Europa.

Viele der Beiträge faszinieren und begeistern mich, ziehen mich in ihren Bann. Und manchmal verrät sogar jemand sein Rezept, dann bin ich umso interessierter. Kurze Zeit später lädt Intagram weitere tolle Brotbilder nach und schiebt damit alles Vorangegangene nach unten aus dem Fokus.

Aufgrund dieser Schnelllebigkeit beschloss ich Ende 2018 meine persönlichen Erfahrungen beim Brotbacken auf einem eigenen Blog zu veröffentlichen. Es gibt zwar so viele Foodblogs und Seiten zum Thema Brot, mit denen ich nicht konkurrieren möchte. Aber mir geht es um eine nachhaltige Dokumentation meiner Erfahrungen beim Brot backen, mit eigenen Bildern, Rezepten und Beiträgen. Parallel zu meinem Brottagebuch auf Instagram.

In meinem Blog bakeabread.com berichte ich davon, wie man zuhause mit Wasser, Mehl, Salz und Zeit gutes Brot backen kann. Dabei habe ich allergrößten Respekt vor dem Bäckerhandwerk und genieße es echtes handgemachtes Brot zu probieren.

Brotbacken und Vollzeitjob sind gut vereinbar

Ich werde immer wieder gefragt, woher ich als Berufstätiger mit 40-Stunden-Woche die Zeit für das Brotbacken nehme.

Der Trick dabei ist, dass man dem Brotteig über den Tag oder die Nacht hinweg genügend Zeit zum reifen gibt und die kurzen Arbeitsschritte in die Zeiten verlagert, in denen man zuhause ist. So mische ich morgens die Teigzutaten zusammen und knete alles für ein paar Minuten, während ich mich mit der Familie darüber unterhalte, was in der Woche noch so anliegt. Oder ich forme vor dem Abendessen den Brotlaib und frische den Sauerteig auf, während mir die Kinder von ihrem Tag erzählen.

Brotteig braucht ausreichend Zeit zum reifen. Am besten mit einem feuchten Tuch abgedeckt, das schützt vorm Antrocknen.
Die Dauer, in der der Teig ruht und reift, passe ich an meine Tagesplanung an und nicht umgekehrt.

Die Reifezeit des Brotteigs kann man dabei fast beliebig kürzen (z.B. auf 8-12 Stunden, indem man mehr Hefe / aktiven Sauerteig einsetzt) oder strecken (z.B. auf 36 Stunden, indem man den Teig im Kühlschrank reifen lässt). So bleibt ihr bei eurer Backplanung flexibel.

Während das Brot 45-60 Minuten im Ofen gebacken wird, kann ich andere Dinge tun: Netflix schauen, die Kinder ins Bett bringen, Gitarre spielen oder mich um diesen Blog kümmern.

Insgesamt investiere ich pro Tag vielleicht 30-60 Minuten Zeit für das Brotbacken. Diese Momente empfinde ich als Quality time, da ich mich dann entweder nur auf das Brotbacken konzentriere und den Kopf frei bekomme oder währenddessen mit der Familie zusammen bin und mich über den Tag austausche.

Brotbacken wird nicht langweilig

Jedes Brot ist anders. Viele Faktoren haben Einfluss auf das Backergebnis: Die Mehlsorten, die Wahl des Triebmittels (Hefe, Sauerteig oder eine Kombination aus beidem), die Menge von Salz, Körnern oder Kräutern. Die Temperatur des Wassers, die Dauer der Teigreife (auch Gare genannt) sowie die Umgebungstemperatur. Auch die Reihenfolge der Arbeitsschritte und die Form des Brotlaibs beeinflussen das Backergebnis.

Ob ihr euer Brot im Topf mit oder ohne Deckel, in der Metallform oder auf dem Blech backt, bei welcher Temperatur und Dauer, ob mit Wasserdampf oder ohne… Dies alles hat Einfluss darauf, wie das Brot aussieht, riecht und schmecken wird. Und genau dies macht das Brotbacken so spannend und aufregend!

Das Tolle dabei ist, dass meiner Erfahrung nach eigentlich immer ein gutes Brot dabei herauskommt. Denn der Rahmen, in dem man sich als Brotbäcker bewegen kann ist ziemlich groß und fehlertolerant. Zu feuchten Brotteig kann man ebenso retten wie zu trockenen; Teig, der nicht aufgehen will, kann man unterstützen usw.

Ab und an ist ein außergewöhnlich tolles Brot dabei, dass man so gut vielleicht nicht noch einmal hinbekommt. Zumindest geht es mir so.

Mittlerweile habe ich ein ganz gutes Gefühl dafür entwickelt, in welche Richtung sich ein Brot entwickeln wird. Und der Moment, in dem ich ein neues frisch gebackenes Brot aus dem Ofen hole … Oh, wie ich das liebe!

Keine Angst vor dem Sauerteig!

Anfangs habe ich ausschließlich mit Hefe gebacken. Mit der Kombination aus Mehl, Wasser, Salz und Hefe holt man ganz schnell tolle Brote aus dem Ofen. Das war von Beginn an ungemein motivierend und die Familie hatte ich trotz anfänglicher Skepsis sofort überzeugt.

Gutes Brot kann jeder backen. Zuhause. Mit einfachen Rezepten, die sich an deine Tagesplanung anpassen - und nicht umgekehrt. 1
Sauerteig muss regelmäßig aufgefrischt werden. Aber diese ‚Fütterung‘ ist wirklich leicht und geht schnell.

Nach einem Jahr habe ich mich an die Herstellung von Sauerteig herangewagt. Meine Angst vor Sauerteig war im Nachhinein total unbegründet, denn es hat von Anfang an funktioniert! Es ist wirklich einfacher als man möglicherweise denkt. Okay, es gibt ein paar Tricks und Fehlerquellen. Aber dazu mehr in einem eigenen Blogbeitrag.

Meine persönliche Meinung ist, dass im Gegensatz zu reinen Hefebroten Sauerteigbrote mindestens eine Liga höher spielen. Ich liebe das milde frisch-säuerliche Aroma und die lange Haltbarkeit von Sauerteigbroten. Sogar helle, süßere Backwaren wie Rosinenbrot oder Burger Buns bekommen durch den Einsatz von Sauerteig eine zusätzliche geschmackliche Note, die ich nicht mehr missen möchte.

So und nun viel Spaß beim Lesen und Stöbern dieses Blogs!

Wünscht euch

Gutes Brot kann jeder backen. Zuhause. Mit einfachen Rezepten, die sich an deine Tagesplanung anpassen - und nicht umgekehrt. 2