Vorab muss ich eines klarstellen: Ich bin weder Bio-Experte noch bin ich Landwirt. Ich bin “Verbraucher”. Das Wort “Verbraucher” mag ich überhaupt nicht, doch bringt das, was es meint, ziemlich gut auf den Punkt: Wir verbrauchen Ressourcen. Punkt.

Der individuelle Ressourcen-Verbrauch

Die Art und Umfang des Verbrauchs sind sicherlich ein Teil des Problems. Hier kann man ansetzen in dem man möglichst nur das kauft, was man auch wirklich benötigt und nicht, was man vielleicht mal brauchen könnte. Das wäre schon mal ein guter Schritt um Müll zu vermeiden.

In meinem Alltag versuche ich durch sparsamen Umgang mit Ressourcen für unsere Zukunft etwas zu bewegen und im Sinne der Nachhaltigkeit und einem positiven Miteinander etwas zu verändern. Und ich glaube, dass dieses Umdenken noch von vielen anderen Köpfen gelebt werden müsste.

Es ist ausschlaggebend, WIE produziert wird

Das zweite große Problem beim “Verbrauchen” ist meines Erachtens oft die Herkunft. Woher stammen die Güter, unter welchen Bedingungen und auf wessen Kosten wurden sie produziert?

Meine Meinung nach geht die konventionelle Landwirtschaft den falschen Weg. Es fehlt mir der Weitblick, die Diversität, die Nachhaltigkeit. Ich glaube es wird zu viel gedüngt und Spritzmittel versprüht. Ich wohne direkt an einem Acker und bekomme über das Jahr ganz gut mit, was der Bauer anbaut und wie oft er düngt. Von Grünstreifen hält er herzlich wenig, denn schließlich geht das alles von seiner staatlich subventionierten Ackerfläche ab.

Darum empfehle ich Bio-Mehl 1
Ich wohne direkt am Acker, dieses Bild entstand 10 Meter von unserem Haus entfernt. Wie schon in den Vorjahren wird schon wieder Mais angebaut und kräftig gedüngt und gespritzt. Und abermals wurde auf den Grünstreifen verzichtet.

Ich wünsche mir nachhaltig produzierte, nachwachsende Lebensmittel. Produkte, die nicht auf Kosten von Natur und Tier hergestellt werden. Deswegen kaufen wir möglichst viel Bio-Lebensmittel.

Das verspreche ich mir von Bio-Lebensmitteln

Ob Bio-Lebensmittel, wie es die Werbung oft behauptet, objektiv wirklich besser schmecken, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ich habe beim Verzehr von biologisch angebauten Produkten ein besseres Gefühl.

Denn von Bio-Produkten erwarte ich

  1. dass für die Erzeugung von Bio-Produkten durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien deutlich weniger schädliche Treibhausgase ausgestoßen werden, als für herkömmlicher Lebensmittel.
  2. dass Bio-Lebensmittel einen möglichst kurzen Transportweg haben und den Anbau in der eigenen Region stärken.
  3. dass in der Bio-Landwirtschaft weniger Dünger verwendet und auf organischen anstatt auf synthetische Düngemittel und Stickstoffdünger gesetzt wird und damit die Böden und das Grundwasser geschont werden.
  4. dass auf den Einsatz von Gentechnik verzichtet wird, weil ich keine gentechnisch manipulierten Lebensmittel verzehren möchte. Wir wissen doch alle nicht, wie sich die Gentechnik auf die Nahrungskette auswirkt und uns Menschen verändert!
  5. dass der Erzeuger durch den Verkauf seiner Bio-Produkte eine faire und gerechte Entlohnung erhält und dadurch wieder ein gesundes Miteinander zwischen Erzeuger und Verbraucher möglich wird.
  6. dass auf hohe Qualität anstatt auf maximalen Ertrag gesetzt wird.
  7. dass auf den Einsatz von Pestiziden, insbesondere in Form von Herbiziden und Fungiziden, verzichtet wird, um so dem Insekten- und Bienensterben entgegenzuwirken.
  8. dass der Erzeuger auf einen gut durchdachten Fruchtwechsel setzt und damit den Boden schont, anstatt ihn auszulaugen.
  9. dass Antibiotika und andere Medikamente nicht prophylaktisch verabreicht werden.
  10. dass durch den Anbau von alten Sorten die Sortenvielfalt bei Obst-, Gemüse, Kräutern und Getreide unterstützt und somit Diversität gelebt wird.
  11. dass neben den bewirtschafteten Flächen auch ausreichend Platz für Grünstreifen bereitgestellt wird.
  12. dass Bio-Lebensmitteln keine künstliche Zusätze wie Konservierungsmittel und Farbstoffe hinzugefügt werden.
  13. dass ich durch den Kauf von Bio-Lebensmitteln zum Wohle von Natur, Tier und Menschen handele.

Meines Wissens nach sind einige dieser Punkte in den Bio-Richtlinien festgeschrieben. Andere klingen womöglich eher nach einem Wunschkonzert, doch ich hoffe einfach darauf, dass meine Erwartungshaltung auch hier eingehalten wird. Was wäre die Alternative? Bio als überteuertes Luftschloss abtun und stattdessen auf konventionelle Produktherstellung zu setzen? Nein!

Darum verwende ich beim Brotbacken Bio-Mehl

Um die Kurve zum eigentlichen Titel dieses Blogbeitrags zu bekommen: Gerade wegen dieser Erwartungshaltung an Lebensmittel backe ich mein Brot mit Bio-Mehl.

Was ist Mehl? Mehl ist eine Art Pulver und wird durch das Mahlen von Getreidekörnern erzeugt, dabei gibt es unterschiedliche Mahlgrade.

Meines Wissens nach darf auf konventionell bewirtschafteten Getreidefeldern das Halmverkürzungsmittel Chlormequat und das umstrittende Glyphosat aufgebracht werden. Das finde ich gruselig.

Tim Abing

Wenn man sich vorstellt, dass das mit diesen Chemikalien behandelte Korn im weiteren Mehl-Herstellungsprozess fein gemahlen wird, stelle ich mir folgende Fragen:

  • Könnten im späteren Mehl Rückstände von Planzenschutzmitteln übrig bleiben?
  • Kann man das ausschließen?
  • Möchte man dieses Risiko eingehen und sein Brot mit so einem Mehl backen?

Es gibt viele Phasen, die das Korn vom Heranwachsen des Getreides, über die Ernte bis zur Herstellung und Reifung zum Grundnahrungsmittels Mehl durchläuft. Und damit gibt es auch so viele Faktoren (Mensch, Maschinen, Lagerung), die Einfluss auf die Qualität des Mehls haben können.

Ich bin mir sicher, dass die Qualität des Lebensmittels Mehl von Experten mit größter Sorgfalt überwacht und sichergestellt wird. Und ich glaube, dass diese Menschen tagtäglich einen sehr guten Job machen, damit die Grenzwerte und Parameter der Qualitätsvorgaben fortlaufend eingehalten werden.

Aber bei allem Respekt vor diesem verantwortungsvollen Job, es sind letztendlich nur Grenzwerte und Rahmenbedingungen, in denen sich die Mehlqualität bewegen muss. Diese Grenzwerte und Rahmenbedingungen werden festgelegt und angepasst, um sowohl Produzenten als auch Verbrauchern mit ihren jeweilige Interessen und Ansprüchen gerecht zu werden.

Das Risiko für Rückstände von Pestiziden in Brot und Brötchen minimieren

Ich habe einen ziemlich klaren Standpunkt: Ich möchte weder Brot backen noch essen, dass Spuren von Pestiziden enthalten könnte. Deshalb kaufe ich ausschließlich Bio-Mehle in der Hoffnung, wirklich nur die Bestandteile im Mehl vorzufinden, die dort auch hineingehören.

Was ist mit euch? Bevorzugt ihr konventionelles oder Bio-Mehl?